The Ascent

Habt ihr schon von „The Ascent“ gehört? Ich hätte wohl nichts davon erfahren, wenn ich nach dem Durchspielen von Cyberpunk 2077 nicht so extrem im Cyberpunk-Fieber gewesen wäre und nach einem Spiel im gleichen Genre gesucht hätte. Zur Auswahl standen mehrere, aber der Twin-Stick-Shooter von Neon Giant sah auf den Bildern einfach überwältigend aus und ich wurde nicht enttäuscht.

Was ist „The Ascent“

Das Setting ist in einer typischen Cyberpunk-Welt angesiedelt und findet in einer riesigen Arkologie auf dem Planeten Veles statt, welcher von der „Ascent Group“, einer der größten bekannten Konzerne und Namensgeber des Spiel, kontrolliert wird. Viele Menschen, die sich eine bessere Zukunft auf Veles erhoffen, lassen sich teuer von der „Ascent Group“ auf den Planeten transportieren, müssen dann aber ihre Schulden im Dienste des Konzerns abarbeiten. In der Regel ihr Leben lang. Wir sind eine dieser Armen Seelen und dürfen unsere Schulden in den Eingeweiden der Arkologie, dem „Tiefmief“, abarbeiten.

Doch an diesem Tag ist etwas anders. Denn ganz plötzlich verschwindet die „Ascent Group“. Sie scheint von jetzt auf gleich Pleite zu sein. Einer der größten und einflussreichsten Konzerne? Natürlich versuchen nun andere große Konzerne sich das Erbe der „Ascent Group“ unter den Nagel zu reißen. Sogar wir werden plötzlich Eigentum einer anderen Firma und kommen mithilfe dieser einigen sehr interessanten Wendungen auf die Spur.

Gameplay

Gespielt wird aus einer Top-Down-Ansicht in typischer Twin-Stick-Shooter Manier: zielen und schießen mit der Maus, bewegen mit WASD. Um sich gegen immer stärker werdende Gegner zu wehren kann man seinen Charakter natürlich mit verschiedenen Methoden verbessern & skillen. Dazu gehört Cyberpunktypisch natürlich auch das Ausrüsten von Augmentationen. Tiefer möchte ich aber auch gar nicht in die Materie einsteigen.

Wichtig aber zu beachten ist, dass man auf alle Fälle vorsichtig sein muss. Denn auch wenn nicht alle Gebiete von Anfang an freigeschaltet sind, kann man trotzdem ganz schnell in Bereiche der Karte eindringen, in der die Gegner noch völlig überdimensioniert für den eigenen Charakter sind.

Außerdem muss man sich ganz genau umschauen, denn teilweise kommt man im Spiel nur weiter, wenn man sein Cyberdeck entsprechend weiterentwickelt hat. Dies funktioniert über Teile, die man auf der Karte findet. Übersieht man diese, hängt man fest. Aber keine Panik, es war nicht allzu schwer und ich habe alle auf anhieb gefunden.

Die Liebe zum Detail

Ganz besonders loben möchte ich die Liebe für das Detail der Entwickler. Diese haben eine atemberaubende Cyberpunk-Welt erschaffen, die bis ins kleinste Detail stimmt.

Neben der optischen Schönheit des Spiels, hat mich auch die Atmosphäre gepackt. Ich habe mich wirklich in eine typische Cyberpunk-Welt à la Blade Runner versetzt gefühlt. Abgerundet wurde das ganze von sauberen Beats, die ins Genre passen.

Wem das noch nicht reicht, der kann sich zusätzlich auf ein grafisches Feuerwerk in den Actionszenen freuen.

Zusätzlich fand ich den Schwierigkeitsgrad perfekt gewählt. Ich empfand das Spiel nicht als zu schwer, so dass es mir den Spaß genommen hätte, all zu leicht war es aber auch nicht.

The Ascent Arkologie Warrens
The Ascent Arkologie Hauptstraße
The Ascent Node

Nicht ganz optimal

Die Arkologie auf Veles ist riesig. So ist es leider an der Tagesordnung, dass man viele Laufwege in Kauf nehmen muss. Das wichtigste Hilfsmittel dabei ist das Schnellreisesystem per Zug oder Taxi. Leider kann man in diesen Transportmitteln immer nur auf einer Ebene reisen. Muss man also in ein Gebiet auf einer anderen Ebene, kann man sich nur in der Nähe eines Fahrstuhls absetzen lassen, muss dann den restlichen Weg dorthin leider wieder laufen, in den Fahrstuhl steigen, und danach wieder auf eines der eben genannten Verkehrsmittel umsteigen. Meiner Meinung nach ist das etwas umständlich und hat mich auch das ein oder andere Mal genervt (vielleicht habe ich aber auch einfach nie verstanden, wie man das System richtig nutzt).

Manchmal gab es noch Bugs in denen ich Missionen nicht beenden konnte, obwohl ich alle Bedingungen erfüllt hatte oder weil die entsprechenden Gegner fehlten. Hier half ein Neustart des Spiels und alles war wieder in Ordnung.

Eine Kuriosität ist mir besonders aufgefallen. Bewege ich mich durch die Welt von „The Ascent“, werde ich an allen möglichen Ecken von Straßengangs angegriffen. Ich frag mich aber warum immer nur ich angegriffen werde und alle anderen Passanten verschont bleiben. Vielleicht gefällt denen auch einfach nur mein Gesicht nicht.

Als letzten Punkt, der meiner Meinung nach aber eigentlich kein negativer Punkt ist, möchte ich anmerken, dass es keine deutsche Sprachausgabe für das Spiel gibt. Lediglich die Untertitel lassen sich auf deutsch umstellen. Warum ist der Punkt nicht negativ zu werten? Ganz einfach: ein Großteil der Bevölkerung von Veles spricht eh keine mir bekannte Sprache, da ist man also sowieso auf Untertitel angewiesen.

Fazit

Alles in allem hat mich „The Ascent“ wirklich beeindruckt und ich bin echt froh dieses Spiel gespielt zu haben. Die Atmosphäre, die beindruckende Welt und die Action haben mich gepackt. Zudem ist „The Ascent“ mit 20-30 Stunden Spielzeit ein relativ ein kurzweiliges Spiel. Ich würde es auf alle Fälle für jeden Cyberpunk-Fan empfehlen.

Es gibt auch einen Multiplayer, den ich aber noch nicht ausprobiert habe. Demnach konnte ich dazu auch nichts schreiben.

Gut zu Wissen: „The Ascent“ ist noch relativ neu. Ich habe in vielen Berichten von schwerwiegenden Fehlern und Problemen gelesen, die den Spielspaß deutlich mindern. Ich hatte allerdings außer ein paar Kleinigkeiten keine Probleme mit dem Spiel. Wahrscheinlich wurde auch schon viel gefixed und weitere Updates werden sicherlich noch folgen.

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für deinen Bericht 🙂 The Ascent ist mir mit seiner neonlastigen SciFi Grafik auch schon auf der Xbox ins Blickfeld gesprungen, sieht es doch auf jeden Fall sehr interessant aus. Ich konnte mich aber noch nicht durchringen, es zu kaufen, auch wenn es zwischendurch sogar schon etwas günstiger war.
    Könnte man es eventuell ein wenig mit Syndicate, diesmal actionlastiger und komplexer, vergleichen?

    1. Schwierig, aber ich glaube mit Syndicate würde ich es persönlich nicht direkt vergleichen. Es passt zwar das Cyberpunk-Setting und die Top-Down-Ansicht, Syndicate war aber eher ein Strategiespiel. Das strategische fehlt bei „The Ascent“ fast komplett. Hier ist das Augenmerk eher auf der Action. Man kann sich auch wenig Strategien zurechtlegen, denn sobald man die Aufmerksamkeit der Gegner hat, wird man mit Wellen von Feinden angegriffen. Und die Aufmerksamkeit bekommt man sehr schnell. Das artete manchmal schon in Arbeit aus ;).
      Ich würde wahrscheinlich eher den Vergleich zu einem Diablo sehen, bei dem man sich auch über die Karte bewegt und Monstermassen beseitigt.

      Über die Komplexität kann ich dir folgendes sagen: anfangs dachte ich, dass das Skillsystem und die Ausrüstung sehr einfach gehalten sind. Allerdings wird einem schnell klar, dass schon etwas mehr dahinter steckt. Man sollte seine Skillpunkte auf alle Fälle geschickt verteilen, so dass diese zu den ausgerüsteten Augmentationen passen. Denn so kann man riesige Unterschiede herbeizaubern.
      Ein Beispiel dazu ist eine Augmentation, mit der ich Spinnenroboter herbeirufen kann. Habe ich meine Skillpunkte falsch verteilt, kommt nur einer. Habe ich die Punkte aber richtig ausgerüstet, dann können es gerne mal 15 Roboter sein.
      Komplexer also als Syndicate würde ich bejahen. Aber im Vergleich zu einem Diablo ist das ganze noch in den Kinderschuhen.

      1. Oha, das klingt fur mich persönlich schon fast wieder zu komplex, als dass ich es um jeden Preis ausprobieren möchte ^^ Auch wenn es für Genrefreunde wie dich bestimmt ein Klacks mit den Skills und Punkten verteilen ist, tue ich mich da immer etwas schwer. Danke für deine Erläuterungen! 🙂

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