Deep Rock Galactic

Deep Rock Galactic Startbildschirm

Ich befinde mich in einem engen dunklen Gang einer Höhle. Besser mal eine Leuchtfackel werfen, damit ich auch etwas sehen kann. Plötzlich höre ich hinter mir jemand rufen „MORKITE“. Das ist doch genau das, was benötigt wird. Ich zücke meine Spitzhacke und laufe zur markierten Stelle. Meine Mitstreiter sind schon am Fundort versammelt und bauen den Rohstoff ab. Aber irgendwie ist es schon zu lange ruhig in dieser Höhle. Und da kommt er auch schon … der Funkspruch, der eine Welle von verärgerten Alien-Käfern ankündigt. Schnell darauf vorbereiten, bevor es zu spät ist. Alle zücken ihre Waffen, stellen Geschütztürme auf und dann beginnt auch schon das Gefecht. Alle feuern drauf los was Zeug hält, bis es überstanden ist.
Haben wir jetzt alles, was wir brauchen? Dann bloß raus aus diesem Todesschlund!

Genau das ist „Deep Rock Galactic“. Ein Koop-Spiel, in dem man sich mit bis zu drei weiteren Mitspielern in die tiefen gefährlichen Höhlen des Planten Hoxxes begibt, um wertvolle Rohstoffe abzubauen. Leider hat dieser Planet ein kleines Problem mit Ungeziefer.

Worum geht es?

Deep Rock Galactic Raumstation

Worum es geht habe ich eigentlich oben schon beschrieben. Man spielt eine Gruppe von Zwergen, die sich auf einer Raumstation im Orbit eines fremden Alien-Planeten befinden. Mit einer Landungsbohreinheit landen wir auf dem Planten, um dort wertvolle Rohstoffe abzubauen.

Man nimmt also einen Auftrag auf der Station an, landet auf dem Planten, bohrt sich durch Höhlen und sucht die Materialien, die im Auftrag abgefragt werden. Nebenbei versucht man alles andere, was einem unter die Nase kommt auch noch einzusacken.

Man ist aber nie allein in den Höhlen unterwegs. Überall lauern Alien-Käfer, die es anscheinend gar nicht gut finden, dass wir deren Planeten plündern. Das ist aber gar kein Problem. Denn für diesen Fall sind wir bis unter die Zähne bewaffnet. Begleitet wird man von einem M.U.L.E. (Mining Utility Lift Engine), den wir liebevoll „Molly“, „Donkey“ oder „Walking Tin Can“ nennen. Sind unsere Taschen voll, können wir alles, was wir gefunden haben, bei ihm abgeben und er trägt uns alles hinterher.

Hat man seine Mission erfüllt, muss man sich natürlich wieder einen Weg zur Landungsbohreinheit bahnen, die immer woanders als ursprünglich landet.

Mithilfe der gefundenen Ressourcen und zusätzlichen Belohnungen kann man nun seine Ausrüstung in Ruhe auf der Raumstation verbessern. Und dann wird es auch schon wieder Zeit sich in die nächste Höhle zu stürzen.

Ist das alles?

Ja, prinzipiell ist das alles. Trotzdem ist das Spiel alles andere als eintönig oder langweilig. Denn es fehlt auf keinen Fall an Abwechslung. Als erstes sind alle Level prozedural generiert und trumpfen zudem noch mit verschiedenen Biomen wie Lava oder Eis auf. Plötzlich auftretende Erdspalten oder Feuersäulen machen das Ganze noch interessanter.

Auch die Aufträge sind nicht immer gleich. Zwar besteht ein Großteil der Mission, wie oben schon erwähnt, aus dem Abbau von Rohstoffen, es gibt aber immer wieder Ausnahmen zwischendurch. So müssen wir auch mal die Eier der Alien-Käfer klauen oder auch einen verlorengegangenen M.U.L.E. wiederfinden und reparieren.

Deep Rock Galactic Charakterauswahl

Es dreht sich natürlich auch viel um das Aufleveln der Zwerge und das Ergattern von vielen kosmetischen Verbesserungen, die uns die Individualisierung unserer Charaktere ermöglichen.

Zu guter Letzt ist auch der Schwierigkeitsgrad des Spiels nicht von schlechten Eltern und ein plötzlicher Abgrund kann ganz schnell das Ende unserer Mission bedeuten.

Spielmechanik

Prinzipiell spielt sich „Deep Rock Galactic“ wie ein normaler Egoshooter.

Man kann zwischen 4 Klassen wählen (Scout / Ingenieur / Gunner / Driller) und jede bring ihr eigenes Talent mit den entsprechenden Waffen und Ausrüstungsgegenständen mit. Der Scout kann sich zum Beispiel mit einem Enterhaken schnell auf hohe Punkte ziehen oder mit einem speziellen Leuchtgewehr Licht ins Dunkel bringen. Der Ingenieur kann wiederum mit Bauschaum Plattformen bauen oder auch Geschütztürme aufstellen.

In der Raumstation hat man die Möglichkeit sein Aussehen zu ändern, Waffen und Ausrüstung zu verbessern, Charaktere zu befördern und … und … und. Es gibt sogar eine Bar, in der man Bier trinken, tanzen und Spiele spielen kann. Letzteres ist natürlich eine lustige Spielerei, aber auch hiermit kann man Zeit vertreiben.

Deep Rock Galactic ingame

Im Zentrum der Station steht das Auftragsterminal. Man sucht sich einen der offenen Aufträge aus und startet. Schon beginnt das oben beschriebene Abenteuer.

Interessant ist noch, dass die komplette Levelarchitektur mit der Spitzhacke veränderbar ist. Gibt es eine unerreichbare Ressource, ist das gar kein Problem. Mit der Spitzhacke wir ein Tunnel oder eine Treppe gegraben, um an die Materialien ranzukommen.

Probleme?

Als wir uns entschlossen haben „Deep Rock Galactic“ auszuprobieren, wollten wir auch sofort loslegen. Alle starteten also das Spiel und landeten gleich im Tutorial. Leider war dieses nicht so hilfreich wie wir dachten und zudem auch noch fehlerhaft. An einem Punkt blieb ein Auftrag hängen und es ging nicht mehr weiter. Also haben wir das Tutorial kurzer Hand abgebrochen und sofort losgelegt. Das war im Nachhinein betrachtet vielleicht doch ein Fehler. Denn das Spiel bietet auch direkt am Anfang schon viele Möglichkeiten und wenn man keine Ahnung hat, dauert es eine Zeit lang, bis man sich zurechtfindet.
Es fingt schon bei der ersten Mission an, bei der wir einfach nicht wussten, wie wir Ressourcen finden. Und so irrten wir planlos umher.

Ich persönlich finde noch die Übersichtskarte, die in 3D dargestellt wird, etwas unübersichtlich, um gut damit zu navigieren. Aber das ist wohl eher ein persönliches Problem.

Koop oder Singleplayer

Hat man sich aber langsam im Spiel zurechtgefunden, ist es ein riesen Spaß. Auch wenn es eigentlich nur ums Ressourcenabbauen geht.

Besonders mit Freunden zusammen in den Höhlen nach wertvollen Metallen zu suchen macht das Ganze noch spaßiger.
Man hat auch die Möglichkeit in öffentliche Spiele einzusteigen oder selbst eines zu eröffnen.

Wir können uns zwar auch allein mit dem M.U.L.E. auf den Weg machen, allerdings habe ich selbst feststellen müssen, dass es nicht wirklich Spaß macht sich ohne Begleitung durch die Tunnel zu graben.

Zur Info nebenbei: Wird einer der Mitstreiter so stark verletzt, dass er Handlungsunfähig ist, dann können ihn die anderen Spieler wieder heilen. Verloren hat man die Runde erst, wenn keiner mehr steht oder man es nicht rechtzeigt zu seiner Rettungskapsel geschafft hat.

Fazit

Wer auf Koop-Spiele steht und eine passende Truppe hat, sollte „Deep Rock Galactic“ unbedingt ausprobieren. Optimal ist es aber jemanden zu haben, der das Spiel schon kennt. Dann irrt man vielleicht auch nicht so lange umher wie wir (vielleicht sind wir aber auch nur etwas langsam).

Der Schwierigkeitsgrad ist anspruchsvoll und genug Abwechslung ist dem Spiel auch gegeben.

Als Singleplayer würde ich das Spiel nicht empfehlen. Darin liegt aber auch nicht die Stärke des Spiels. Soll es wahrscheinlich auch gar nicht.

3 Kommentare

  1. Tolle Spielevorstellung, vielen Dank!
    Zwischendurch dachte ich, dass mich Teile davon an Red Faction (1) erinnern, bei dem man ja ebenfalls die Umgebung „verändern“ konnte 😀
    Sieht auf jeden Fall mach Chaos und Spaß auf dem Sofa aus ^^

    1. Danke 🙂
      Ja es ist ein teilweise echt Chaos und sehr viel Spaß. Aber wie gesagt, man muss erst reinkommen ins Spiel. Red Faction habe ich leider nie gespielt und kann deshalb leider auch nicht beurteilen wie viele Parallelen es eventuell gibt.

      1. Ich denke, die einzige richtige Parallele ist die, dass man die Umgebung mit diversen Waffen auseinander nehmen kann ^^
        Wenn ich mich richtig erinnere, war Red Faction so ziemlich der erste Shooter, der so etwas ermöglichte.
        Ich hab das aber ewig nicht gespielt, vielleicht hab ich’s auch „leicht geschönt“ in Erinnerung.

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