Eine kleine Geschichte nebenbei

Durch eine Diskussion über Gaming-PCs, was man schon alles so hatte und wie man zu den Computern gekommen ist, viel mir auch wieder die Geschichte ein, wie ich mir einen fast gratis PC zusammengebaut habe. Ich dachte mir, dass es auch eine passende Geschichte für meinen Blog wäre.

Wie ich früher überhaupt zum Gaming gefunden habe, habe ich in einem kürzlich geschriebenen Beitrag erzählt. Allerdings ging irgendwann nach der Schule und zu Beginn meiner Ausbildung dieses Hobby etwas in den Rückstand und mein PC verstaubte irgendwo in der Ecke.

Eines Tages – das muss ungefähr 2012 gewesen sein – habe ich dann meinen alten PC angeschaut und plötzlich hatte ich wieder richtig Lust etwas zu spielen. Schade, dass ich aber keine aktuellen Titel mehr ausprobieren konnte, das System war mittlerweile zu alt. Und das, wo doch gerade Crysis 2 relativ neu auf dem Markt war, von dem ein Freund derzeit schwärmte. Nun wurde überlegt, ob ich mir einen neuen PC kaufe. Allerdings schwang auch gleich der Hintergedanke mit, ob sich das überhaupt lohnt. Denn nur für ein Spiel einen komplett neuen PC zu kaufen, obwohl nicht einmal klar ist, dass man diesen danach überhaupt noch benutzt, fand ich etwas übertrieben!

Die Idee war dann also den alten PC mit möglichst günstig gekauften Teilen wieder so flott zu machen, dass ich wenigstens Crysis 2 darauf spielen konnte. Und noch während ich diesen Gedanken ausarbeitete, wuchs auch gleichzeitig der Ehrgeiz: „Vielleicht schaffe ich es sogar möglichst günstig einen kompletten PC zu bauen!“

Vorher will ich aber noch schnell etwas klarstellen: Das ganze ist mittlerweile schon fast 10 Jahre her und ich kriege die ganzen Eckdaten des PCs einfach nicht mehr im Detail zusammen. Aber darum geht es an dieser Stelle ja auch nicht.

Der erste Schritt war schnell gemacht. Das Gehäuse vom alten PC konnte man definitiv noch benutzen. Also wurde die ganze alte Hardware erst einmal ausgebaut und das Gehäuse komplett gereinigt. Es sah wieder ganz gut aus ohne den ganzen Staub. Allerdings noch ein bisschen leer.

Nach diesem Erfolgserlebnis kam aber direkt der erste Dämpfer: Mainboard und Prozessor. Wie soll ich denn an etwas halbwegs aktuelles günstig rankommen? Also wurde eBay bis zum erbrechen durchgeblättert. Leider habe ich nichts gefunden, was meinen Vorstellungen entsprach. Das Projekt geriet also schon direkt am Anfang ins schwanken. Doch plötzlich kam ein glücklicher Moment. Denn ich war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

In der Firma, in der ich zu der Zeit arbeitete, gab es im Lager immer wieder Rückläufer aus Büros, die dort einfach eingelagert wurden. Dort wurden sie als Ersatzteillager genutzt oder verharrten dort ihre Zeit bis zur vollständigen Abschreibung und wurden dann schlussendlich zum Hersteller wieder zurückgeschickt. Damals war es noch üblich, dass Mitarbeiter sich diese Geräte für ein obligatorisches Entgelt mit nach Hause nehmen durften. So ein Gerät habe ich aber nicht bekommen. Dafür war ich zufällig gerade vor Ort, als einem „Ersatzteillager“ das Netzteil und die Festplatte entnommen wurden. Ich fragte was mit dem Rest passiert und die Antwort machte mich etwas glücklich:

„Die anderen Teile brauchen wir fast nie, meistens geht das Netzteil kaputt oder wir bauen irgendwo eine Platte nach. Warum?“

Und schon war ich um einen halben PC reicher. Ich habe den Kollegen noch etwas für die Kaffeekasse dagelassen und das Gehäuse habe ich auch gleich vor Ort gelassen. Die ersten Teile waren also abgehakt: Mainboard, Prozessor und sogar Arbeitsspeicher. Ich weiß noch dass es ein Intel i5 war. Die Taktzahl weiß ich allerdings nicht mehr. Ein bisschen Arbeitsspeicher zur Aufrüstung habe ich mir dann noch dazugekauft.

Früher hat unser Lager so etwas noch mitgemacht. Aber wie es nun einmal so ist, Menschen neigen dazu solche Vorteile auszunutzen und fangen irgendwann an zu übertreiben. Also gibt es solche Aktionen leider nicht mehr.

Das Projekt nahm endlich wieder Fahrt auf. Soweit so gut.

Als nächstes wollte ich mich um eine Festplatte kümmern. Hier war ich mir sicher, dass ich meinen Onkel fragen kann. Als Hobbybastler hat er jede Menge Kram rumliegen. Und tatsächlich, er hatte noch eine 500GB HDD rumliegen. Oben drauf drückte er mir auch gleich noch ein 600W Netzteil und ein DVD-Laufwerk in die Hand. Und wenn man einen netten Onkel wie ich ihn habe hat, dann will er nicht einmal etwas dafür haben.

Der PC nimmt also langsam Gestalt an.

Jetzt kam der Punkt an dem ich wieder suchen musste, denn Grafikkarten fallen auch nicht gerade günstig vom Himmel. Ich spielte also schon mit dem Gedanken doch noch mehr Geld zu investieren, was ich an dieser Stelle aber auch gar nicht mehr schlimm fand, nachdem ich bis jetzt so gut wie gar nichts ausgegeben hatte. Aber auch hier kam plötzlich ein Freund um die Ecke, der sich gerade ein ganz aktuelles Modell gekauft hat und mir anbot, dass ich ja seine „alte“ GTX460 übernehmen könnte. Dabei war die GTX460 damals überhaupt nicht alt, vielleicht ein oder zwei Jahre. Als ich ihn fragte, was er dafür haben möchte (denn aus meiner Sicht war das ja noch ein echt aktuelles Modell) sagte er nur: „Du bezahlst einfach die nächste Mittagspause bei McDonald’s!“ … an dieser Stelle war ich etwas sprachlos und unsere Bäuche etwas dicker.

Etwas später konnte ich sogar noch sehr günstig eine zweite GXT460 ergattern, so dass ich diese im SLI laufen lassen konnte.

Diesen PC habe ich immer noch hier im Haushalt stehen. Zumindest teilweise, denn seitdem hat er immer mal wieder ein paar Upgrades bekommen. Ich konnte ihn einfach nicht abgeben. Mittlerweile ist er aber leider so weit, dass man ihn nicht mehr ohne großen Invest aufrüsten kann. Er ist also nicht mehr als Gaming-PC zu gebrauchen, gibt aber einen ausgezeichneten Arbeits-PC für meine Freundin ab.

Die Gaming-Leidenschaft ist seitdem nicht wieder abgebrochen und vor kurzem habe ich einmal wieder richtig investiert, so dass ich einen ganz aktuellen Gaming-PC hier stehen habe. Dieser muss allerdings wieder ein paar Jahre durchhalten. Hoffentlich genauso lange wie mein Projekt für fast 10 Jahre.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.