Das Spiel mit dem alles begann …

„Was ist eigentlich dein Lieblingsspiel?“

Diese Frage bekommt man öfters gestellt, wenn es um das Thema Gaming geht. Eigentlich ist meine Antwort darauf meistens: „Da gibt es mehrere!“ Und dann folgen Angaben, wie die „Mass Effect“ Reihe, „Bioshock“ oder „Diablo“. Daran ist auch nichts falsch, diese Spiele gehören alle zu meinen Lieblingen, die ich nicht nur einmal durchgespielt habe.

Aber aufgrund verschiedener Auslöser wie Twitter oder auch die Blogparade, habe ich mich für einen kurzen Augenblick einmal hingesetzt und habe überlegt, was es für mich eigentlich heißt ein Lieblingsspiel zu sein. Die Idee kam schnell. Es muss mich etwas mit dem Spiel verbinden, eine Erinnerung auslösen und im gleichen Moment wusste ich auch sofort, was mein Lieblingsspiel ist und es auch schon immer war: „The Legend of Zelda: A Link to the Past“. Ich kann schon die Fragezeichen über einigen Köpfen sehen, warum denn gerade dieser Teil, wo er doch nicht mal der Beste der Reihe ist. Aber wie schon erwähnt, mit diesem Spiel verbinde ich etwas.

So fing es also an!

Das Spiel mit dem alles begann ...
Masterschwert

Der SNES war damals meine erste und eigene Spielekonsole an der ich die ersten richtigen Erfahrungen mit Videospielen gemacht habe. Natürlich habe ich damals auch mal bei Freunden am NES mitgespielt oder älteren Verwandten beim Amigaspielen über die Schulter geguckt. Es gab sogar schon einen Game Boy bei uns im Haushalt. Aber das war eher ein Familienspielzeug und die meiste Zeit hat eh mein Vater „Tetris“ damit gespielt. Aber dieser SNES war ganz alleine meiner, welchen ich mir von meinem zusammengesparten Taschengeld gekauft habe. „Super Mario World“ war damals gleich dabei und nach und nach fanden noch ein paar weitere Spiele ihren Platz in meinem Regal.

Irgendwann zu Weihnachten habe ich dann von meinen Eltern das Spiel „The Legend of Zelda: A Link to the Past“ geschenkt bekommen. Ich konnte damals noch nichts mit diesem Genre anfangen, kannte ich bis jetzt eigentlich nur Jump’n’Run Spiele und „Mario Kart“. Nagut, meine Eltern werden sich dabei ja etwas gedacht haben. Vorerst waren aber die anderen Geschenke interessanter, denn erst am nächsten Tag habe ich das Spiel in die Konsole gesteckt und gestartet. Mein Vater saß damals neben mir. Wahrscheinlich war er sogar mehr darauf gespannt, was jetzt auf uns zukommt, als ich.

Das Reise beginnt:

„Mitten in der Nacht wache ich in meinem Bett auf. War das ein telepathischer Hilferuf? Mein Onkel verlässt rasch und bewaffnet das Haus. Soll ich hinterher gehen? Im strömenden Regen? Natürlich mache ich es, auch auf ausdrücklichem Hinweis dies nicht zu tun!“

Beitrag „War damals wirklich alles besser?“
Das Spiel mit dem alles begann ...
The Legend of Zelda: A Link to the Past

Schon ziemlich am Anfang stehen wir beide auf dem Schlauch und kommen nicht weiter. Fast alle Wege sind durch Wachen versperrt und die Tore des Schlosses sind verriegelt. Komisches Spiel. Ich steuere Link also in alle möglichen Ecken und drücke gleichzeitig alle Knöpfe am Controller, die ich drücken kann. Und siehe da, man kann ja Büsche ausreißen. Unter einem Busch finden wir sogar plötzlich ein Loch. Ich springe rein und finde direkt im dahinter verborgenen Tunnel meinen Onkel, der mich gerade noch alleine zu Hause gelassen hat. Er ist verletzt, sagt ich solle die Mission weiterführen und er gibt mir sein Schwert. Langsam kommt ja doch Fahrt im Spiel auf. Wir kämpfen uns Stück für Stück durch das Schloss und am Ende finden wir die namensgebende Prinzessin Zelda hinter Gittern. Ihr Aufpasser ist schnell besiegt und schon fliehen wir durch dunkle, geheime Gänge aus dem Schloss.

Spiel durchgespielt …

Habe ich zumindest am Anfang wirklich geglaubt, auch wenn es mir grad peinlich ist zuzugeben. Aber mein Vater hatte den Plan: „Quatsch, das Spiel ist doch noch nicht zuende!“ und er hatte recht. Mir wurde nämlich gerade im Spiel mitgeteilt, dass ich drei Amulette finden muss.

Ab jetzt hatte mich das Spiel gepackt und meinen Vater auch. Ohne ihn habe ich das Spiel nicht gestartet. Es war jetzt unser Ding. Wir kämpften uns also durch Hyrule und sammelten dieses drei Amulette. Damit konnten wir das Masterschwert bekommen. Allein schon der Name Masterschwert hatte es mir angetan. Damit ausgerüstet konnten wir gegen den letzten Gegner Aganihm antreten, der die Prinzessin wieder unter seine Kontrolle gebracht hatte. Aber wie man ja weiß, wird die Prinzessin jetzt noch nicht gerettet, denn Aganihm lässt sich gar nicht davon abhalten sie in die Schattenwelt zu verbannen. Und mit uns macht er nach einem Kampf genau das gleiche. Das Spiel ist also immer noch nicht bezwungen.

Das Spiel mit dem alles begann ...
Kiki

Der erste Dungeon in der Schattenwelt – der Schattenpalast – war schnell gefunden. Man musste sich durch ein Dickicht-Labyrinth zum Eingang tüfteln. Unterwegs hat uns immer ein kleiner Affe namens Kiki aufgelauert, der zudem auch noch so dreist war uns nach Rubinen zu fragen. Das war uns aber zu blöd unsere hart erarbeiteten Rubine dem Affen zu überlassen, also wurde er verjagt. Und zack waren wir wieder an einem Punkt angekommen, an dem wir nicht weiter wussten. Denn so sehr wir die Gegend erforscht haben und rumprobiert haben, die Tore des Schattenpalastes ließen sich nicht öffnen.

Spielpause

Das Spiel mit dem alles begann ...
The Legend of Zelda: A Link to the Past

Mittlerweile war es auch Sommer und ich bin mit meiner Schwester und meinen Großeltern in den Sommerurlaub gefahren. Es gab also eine Spielpause, die in Anbetracht des stockenden Spielerlebnis vielleicht nötig war. Sonst wäre eventuell noch Frust aufgekommen. Ich erinnere mich aber noch sehr gut an den einen Anruf meines Vaters, in dem er mir nur sagte: „Ich weiß jetzt, wie man in den Schattenpalast reinkommt!“ Mehr wollte er mir nicht erzählen und ich habe den Rest des Urlaubs auf heißen Kohlen gesessen. Ich konnte es gar nicht abwarten zu erfahren, wie es weitergeht.

Zu Hause angekommen habe ich mich also sofort wieder mit meinen Vater vor den SNES gesetzt. Er ließ mich wortlos spielen. Ich kämpfte mich durch das Dickicht-Labyrinth, Kiki fing wieder an zu nerven und als ich ihn gerade wieder wegschicken wollte, spuckte mein Vater die Lösung aus: „Du musst ihn bezahlen, dann macht er dir das Tor auf.“

. . . . . . . . . So einfach war das also? Und wir sind da nicht drauf gekommen? . . . . . . . . .

Zur Verteidigung, es war das erste Spiel dieser Art für uns.

Als ich ihn fragte woher er das plötzlich wusste, erzählte er mir, dass er in einem Laden in einem Spieleratgeber nachgeguckt hat. Das war das erste Mal, dass ich in Kontakt mit solchen Ratgebern gekommen bin. Und ja, zu der Zeit musste man solche Lösungen noch im Buch nachlesen, denn schnell online gucken ging da noch nicht. Genutzt habe ich solche Lösungen aber eigentlich fast nie. Trotzdem hat es mich ab und zu mal gereizt reinzugucken. Vielleicht hat man ja doch etwas verpasst.

Von „was ist das für ein Spiel?“ zum Lieblingsspiel

Seitdem habe ich das Spiel schon unzählige Male durchgespielt. Die oben genannten Momente sind aber die, die mir am tiefsten in Erinnerung geblieben sind und mir jedes mal beim Spielen wieder ein dickes grinsen ins Gesicht zaubern. Eigentlich habe nur ich das Spiel zu Weihnachten bekommen, aber gehört hat es meinem Vater und mir zusammen.

Zusätzlich hat mir dieses Spiel damals gezeigt, dass es noch so viel mehr als Jump’n’Run Spiele gibt. Auf „The Legend of Zelda: A Link to the Past“ folgten noch viele weitere Titel wie zum Beispiel „Secret of Mana“, „Secret of Evermore“, „Terranigma“ und noch einige mehr. Alles Spiele die mir sehr viel Spaß gemacht haben und vielleicht sogar vom Gameplay, der Story oder anderen Dingen besser waren als „Zelda“. Trotzdem fällt mir immer als erstes dieses eine Spiel ein, wenn ich an die alten Konsolen zurückdenkt.

Während aber mein Vater langsam das Interesse an Spielen verlor, wurde es in mir gerade erst geweckt und die Leidenschaft wuchs. Sogar den Game Boy der Familie konnte ich irgendwann als meinen bezeichnen.

Als Abschluss mag noch gesagt sein, auch wenn „The Legend of Zelda: A Link to the Past“ vielleicht nicht der beste Teil der Reihe ist, ist es für mich das Gesamtbild aller Erinnerungen und der daraus entstandenen Spieleleidenschaft, welche das Spiel zu meinem Lieblingsspiel macht.

Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, dass ich es das letzte Mal gespielt habe. Eigentlich könnte ich es mal wieder auspacken.

2 Kommentare

  1. Hey, danke für deinen überraschenden Beitrag, den ich diesmal nur durch Zufall entdeckt habe.
    Wenn man solche Erinnerungen mit einem Spiel verknüpfen kann, dann ist das schon von alleine special 🙂 Und wenn dir das Spiel dann noch so gut gefällt, ist das umso cooler! 😀

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