Cyberpunk 2077

Viele Leute haben sehr lange auf Cyberpunk 2077 gewartet und die Erwartungen waren entsprechend hoch. Nach dem langersehnten Release wurden allerdings für die meisten Personen diese Erwartungen nicht erfüllt und es wurde eine große Enttäuschung für sie. Warum das Spiel mich persönlich nicht enttäuscht hat und warum ich dieses Spiel sogar ziemlich gut fand möchte ich hier einmal zusammenfassen.

Cyberpunk 2077 Startbildschirm

Der Hype

Als ich das erste Mal vor Jahren mitbekommen habe, dass Cyberpunk 2077 kommen wird, war ich persönlich gleich Feuer & Flamme. Es sollte ein Spiel genau nach meinem Geschmack werden, welches zwei meiner Lieblingsgenres vereint: Cyberpunk und RPG. Seitdem habe ich aber auch direkt versucht jedem Bericht, Video oder Trailer aus dem Weg zu gehen, denn ich wusste, dass ansonsten auch meine Erwartungen ins unermessliche gestiegen wären. Leider musste ich aber trotzdem mitkriegen, dass das Spiel immer mehr gehyped wurde und ich machte mir sorgen, dass das nach hinten losgeht. Ein Hype um ein Spiel ist nämlich oft kontraproduktiv. Natürlich hilft es der Vermarktung des Spiel, andererseits werden die Entwickler extrem unter Druck und Zugzwang gesetzt.

Ich konnte dem Hype zum Glück größtenteils aus dem Weg gehen und somit auch relativ wertfrei und ohne große Erwartungen Cyberpunkt 2077 spielen.

Bugs

Nachdem der Release so oft verschoben wurde erwartet man natürlich ein fast fehlerfreies Spiel. Kleinere Bugs rutschen dabei immer mal durch die Qualitätskontrolle. Leider lief es hier nicht so wie erwartet und besonders auf den Konsolen kamen sehr viele und auch gravierende Bugs zum Vorschein. Der Titel wurde sogar teilweise aus den Stores der Konsolenhersteller genommen. Vielleicht trifft es dabei schon den oben beschriebenen Punkt. Durch den Hype waren die Entwickler langsam so genötigt dieses Spiel zu veröffentlichen, dass hier anscheinend an vielen Stellen nicht ausreichend getestet wurde.

Ich persönlich habe diese gravierenden Fehler zum Glück nicht erleben müssen. Zum einen lag es daran, dass ich die PC-Version gespielt habe, zum anderen haben ich mir das Spiel auch erst nach dem ersten großen Bugfix gekauft. Die häufigsten Fehler, die mir begegnet sind, waren kleine Glitches, Sprache die nicht synchron war oder das plötzliche feststellen von Tasten. Zum Beispiel ging der Scanner einfach nicht mehr aus oder ich konnte mich nur noch geduckt fortbewegen. Einmal speichern und neu laden hat das Problem dann aber behoben. Aber auch diese Bugs wurden spürbar weniger nach weiteren Updates.

Ein einziges Mal trat ein größerer Fehler auf, der mich daran hinderte ein optionales Ziel in einer Mission abzuschließen. Dabei hat sich ein Gesprächspartner in einer Schleife aufgehängt, so dass ich das Gespräch nicht zu ende führen konnte. Hier half auch kein Neustart des Spiel. Insgesamt hat es mich an diese Stelle aber nicht weiter gestört.

Was mich allerdings gestört hat, ist dass häufig Telefonate mitten in Missionsdialogen angenommen wurden und somit den aktuellen Dialog überspielt haben.

Night City, eine tote Stadt

Ich habe oft in Berichten über Cyberpunk 2077 lesen müssen, dass die Stadt trotz Menschenmassen leblos wirkt. Es wird bemängelt, dass man hier meistens nur ein zurückweisendes „Hau ab!“ von angesprochenen Passenten bekommt, anstelle von tollen Dialogen. Außerdem wird oft negativ hervorgehoben, dass man häufig vor verschlossenen Türen steht und man nicht jeden Raum oder jedes Gebäude betreten kann. Es ist klar, dass hier immer wieder der Vergleich zu anderen Spielen im gleichen Genre gezogen wird, wo dies möglich ist.

Cyberpunk 2077 Night City Tag

Ich kann diese Beschwerden allerdings nicht zu 100% nachvollziehen. Denn für mich persönlich geht an dieser Stelle der Realismus vor. Und mal ganz ehrlich, wenn ich jemand wildfremdes in einer Stadt wie Night City anspreche, erwarte ich nicht, dass er mir seine Lebensgeschichte erzählt. Nein ganz im Gegenteil: ich erwarte genau die Reaktion, die ich eben beschrieben habe. Genauso ist es mit den verschlossenen Türen. Die Menschen wären ja schön blöd ihre Türen in solch einer Stadt offen stehen zu lassen.
Andererseits kann ich die Leute, die das stört, in kleinen Teilen aber auch verstehen. Denn auch im realen Leben und mit genug krimineller Energie sollten sich natürlich einfache Türen oder Fenster aufbrechen lassen. Aber hier sind die Wünsche und Erwartungen an solche Spiele eben anders.

Was ich aber wirklich unrealistisch und auch schlecht gelöst fand, waren die Händler auf Märkten. Solche, die nicht als offizielle Händler auf der Karte markiert sind, sondern die, die einfach als Hotdogverkäufer oder Schallplattenhändler auf Märkten stehen. Diese haben mich nämlich anfangs auch bei jedem Gesprächsversuch verscheucht. Nach einem Update haben diese dann gar nicht mehr mit mir geredet. Das hätte man wirklich besser lösen können und sollen. Wenn irgendwo ein Verkaufsstand steht, dann sollte man auch handeln können. Und wenn es einfach nur Nonsense zu kaufen gibt.

Night City Nacht

Alles in allem ist Night City für mich eine echt gelungene Stadt. Die Schnellreisefunktion habe ich so gut wie nie benutzt, da ich es viel interessanter fand per Auto oder zu Fuß die Stadt zu erkunden. Die Stadt ist schön gestaltet, es gibt tolle Ecken und einiges (trotz vieler gegensätzlicher Aussagen) zu entdecken.

Missionen

Auch wenn man die Hauptstory in relativ kurzer Zeit durchspielen kann, hat sie mir sehr gut gefallen. Ebenso fand ich die Nebenmissionen um V’s Freunde und Begleiter sehr gelungen. Egal ob Judy, Panam, River, Claire oder auch Johnny und Roge. All diese Charaktere sind mir ans Herz gewachsen.

Die Missionen, die man allerdings von seinen Fixern bekommt, fühlten sich nach einiger Zeit dafür eher repetitiv an. Eigentlich waren es fast immer die gleichen Missionen: klaue hier etwas, hacke dort etwas oder töte Person XYZ.

Auf die verschiedenen Enden im Spiel kann man allerdings nicht sehr viel Einfluss nehmen. Hier ändert sich lediglich die Anzahl an auszuwählenden Szenarien, die im Endspiel passieren können, abhängig davon, welche Nebenmissionen abgeschlossen wurden. Auch die Personen mit ihrem abschließenden Monologen, die in den Credits auftauchen, ändern sich je nach Verhalten im Spiel. Das Endspiel ist aber jedes Mal ein komplett anderes, je nachdem für welches Ende man sich schließlich entscheidet.

Weitere Infos

Der Charakter-Editor ist sehr vielseitig und hier gibt es fast keine Grenzen was die Gestaltung von V’s Aussehen angeht. Viel mehr kann ich darüber allerdings auch nicht berichten, da mir die Charaktererstellung in noch keinem Spiel Spaß gemacht hat. Ich wähle normalerweise immer einen vorgefertigten aus.

Von dem erstellten Charakter hängt aber ab, welche Romanzen man im Spiel eingehen kann. Denn unsere Freunde haben ihre ganz eigenen Vorlieben. Ich werde diese aber hier jetzt nicht auflisten.

Das Skillsystem möchte ich an dieser Stelle auch nicht ausführlich beschreiben. Aber grob beschrieben können verdiente Punkte in 5 Hauptattribute verteilt werden. Diese wiederum enthalten jeweils Vorteilsbäume, in denen weitere Punkte verteilt werden können.
Zusätzlich zu den Skilltrees haben wir natürlich noch die Möglichkeit in unserem Körper Cyberware zu installieren, Quickhacks auszurüsten, Waffen zu bauen, sie zu modifizieren und upzugraden. Alles in allem haben wir also sehr viele Möglichkeiten unseren Charakter möglichst individuell zu gestalten.

Spielzeit & Fazit

Die Spielzeit von Cyberpunk 2077 fand ich sehr angenehm. Ich habe bis jetzt mit allen Nebenmissionen, die ich gefunden habe, und der Hauptstory 75Std benötigt. Dabei habe ich im nachhinein sogar noch Missionen gesehen, die ich noch nicht entdeckt habe. Ich werde wohl noch einige Stunden in Night City verbringen können.

Alles in allem hat mir also das Spiel sehr gut gefallen und ich habe mich gerne in der Welt von Cyberpunk 2077 umhergetrieben. Der ein oder andere Bug sollte natürlich noch behoben werden und vielleicht kommen noch ein paar Features einer Open World hinzu (ich schiele da mal auf das Verhalten der Händler). Für mich war die Atmosphäre in Night City passend und ich war auch zufrieden mit den mir gebotenen Möglichkeiten. Ich kann trotzdem die Leute verstehen, die sich mehr erhofft haben. Aber hier sind zum Glück die Geschmäcker verschieden.

Ein Kommentar

  1. Ein schöner Bericht! Ich finde es gut, dass du nicht auf den Hypetrain aufgesprungen bist. Das ist heute natürlich gar nicht so einfach, wenn man an jeder Ecke mit News zugeworfen wird. Letztendlich hat es sich für dich ausgezahlt, denn du hast ein für dich schönes Spiel erlebt. Wenn auch mit ein paar Macken.
    Ich denke, dass der Hype um Cyberpunk vieles kaputt gemacht hat. CD Projekt (oder die Geldgeber dahinter) war somit irgendwo auch im Zugzwang, das Spiel auf den Markt zu werfen. Das mag bei der PC Version wohl noch relativ gut geklappt haben. Vielleicht ist es gut, dass du diese und keine Konsolenversion gespielt hast, denn die sollen ja nach wie vor schlimm sein. Ich habe das ganze Drama aber nur am Rand verfolgt, denn der ganze Hype darum hatte mich total abgeschreckt und ich hatte immer mehr das Interesse an dem Spiel verloren. Denn, wie du schon schreibst, kann das Hypen auch total in die Hose gehen. Ich lasse mich gerne positiv überraschen, daher finde ich es toll, wenn ich ein Spiel erlebe, ohne dass ich schon vorher alles darüber weiß. Und in dem Zusammenhang wurde Cyberpunk ja leider schon im Vorhinein total auseinander genommen.

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