Arcade Automat

Ja, es hat mich auch gepackt: das Arcade-Fieber. Nachdem ich im Internet einige tolle Selbstbauten gesehen habe, wollte ich mir auch unbedingt einen bauen. Ich habe mir sofort überlegt, wie ich das ganze anstellen will und habe mir direkt die entsprechenden Teile bestellt. Das war Mitte 2020. Und dann? Ja dann lagen die Teile in meiner Garage für über ein Jahr rum und es passierte nichts. Doch jetzt, in meinem Jahresurlaub für 2021, habe ich mir endlich vorgenommen mein Projekt umzusetzen.

Der Anfang 2020

Als die Idee 2020 geboren wurde, habe ich mir überlegt, dass ich das Ganze einfachheitshalber auf einem Retropie laufen lassen will. Demnach habe ich mir also erst einmal einen Rasperry Pi 4, einen Monitor, kleine Lautsprecher und für die spätere Optik auch direkt eine LED-Leiste bestellt. Nachdem ich mich zusätzlich noch etwas schlau gelesen habe, habe ich mir auch gleich einen Satz Joysticks und Buttons für zwei Spieler bestellt.

Da das ganze ja auch noch in ein Gehäuse gebaut werden muss, bin ich in den nächsten Baumarkt gerannt und habe einfach Pi mal Daumen Holzplatten, Schrauben, Winkel und lauter Kleinkram gekauft.

Der erste Schritt wurde nach den Lieferungen direkt durchgeführt. Ich habe den Retropie installiert und die ersten ROMs aufgespielt. Schon lief alles. Danach kam direkt der Stillstand und das Ding blieb irgendwo in der Ecke liegen. Erst über ein Jahr später habe ich mich dann in meinem Jahresurlaub wieder daran gemacht und habe angefangen zu basteln.

Weiter im Jahre 2021

Die erste Frage, die ich mir stellen musste war, wie groß die einzelnen Teile aus Holz ausgesägt werden müssen und welche Formen die Teile überhaupt haben sollen. Ich habe mir also ein paar Modelle im Internet angeschaut, um mir Inspiration zu holen. Trotzdem hatte ich dadurch noch keine Vorlagen oder Maße. Also habe ich mich einfach an der Größe des Monitors orientiert, der verbaut werden soll. Mit diesem Grundmaß habe ich mir dann erst einmal ein Gehäuse aus Pappe gebastelt und alle Formen und Maße bis zu meiner Zufriedenheit angepasst.

Papp Arcade

Nachdem ich den Pappkasten wieder auseinandergenommen hatte, blieben super Schablonen übrig, die ich auf dem Holz nur aufzeichnen und aussägen musste. Die Löcher für die Buttons habe ich nach einer Vorlage aus dem Internet ausgesägt.
Von dieser Seite habe ich mir eine für mich passende Vorlage herausgesucht: https://www.slagcoin.com/joystick/layout.html

Die ausgesägten Teile musste ich dann nur zusammenschrauben. Damit von außen keine Schrauben zu sehen sind, habe ich innen einfach Winkel benutzt. Als letztes habe ich das fertige Gehäuse nur noch dunkel Grau angestrichen, damit es optisch etwas besser aussieht.

Arcade Gehäuse
Gehäuse gestrichen

Dem kundigen Beobachter ist sicherlich aufgefallen, dass hier noch die Platte fehlt um das Gehäuse zu schließen. Stimmt! Die werde ich nachträglich noch bauen.

Einbau der Technik

Jetzt musste natürlich noch die ganze Technik eingebaut werden. Für den Monitor habe ich passend Halterungen angebracht, so dass dieser nur noch mit Kabelbindern fixiert werden musste.

Die Verkabelung der Controller war relativ einfach. Auch wenn es keine Anleitung gab, waren die Beschriftungen auf den Platinen recht eindeutig und mit etwas Grundkentnissen war das schnell erledigt. Für die Platinen der Controller habe ich am 3D Drucker noch Gehäuse gedruckt, so dass diese nicht ganz ungeschützt im Holzkasten liegen.

Platinengehäuse Arcade Controller
Platinengehäuse mit Platine

Den Raspberry und weitere Netzteile habe ich im Gehäuse angeschraubt und die Kabel mit kleinen Schellen fixiert.

Nach dem Start des Retropie wurden die Controller automatisch erkannt und die Tastenbelegung konnte konfiguriert werden. Schon war der Arcadeautomat funktionsbereit.

Arcade Technik
Arcade Automat

Zur Zeit habe ich einfach eine Steckdosenleiste hinter den Automaten gelegt, damit dieser funktioniert. Die ganze Stromversorgung wird nachträglich mit der Rückwand noch gebaut.

Auf dem Laufenden

Der grobe Automat mit Funktion ist jetzt also fertig. Allerdings fehlen noch Kleinigkeiten (siehe Rückwand + Stromversorgung) und der ganze Kasten muss noch etwas hübsch gemacht werden. Ich werde den Fortschritt hier festhalten.

27.09.2021: Ich habe zwei Plexiglasscheiben bei einem Fachbetrieb in passender Größe bestellt. Die erste soll als Banner vor der LED-Leiste hängen, die zweite soll als Scheibe vor dem Monitor eingebaut werden.

Abstandshalter

29.09.2021: Die zwei Plexiglasscheiben wurden geliefert. Die Scheibe, die vor dem Monitor sitzen soll ist auch schon eingebaut. Ich wollte ein Foto davon zeigen, aber auf den Bildern erkennt man leider die eingebaute Scheibe nicht. Damit die Scheibe nicht direkt auf dem Monitor liegt, habe ich kleine Abstandshalter gedruckt.

Material & Kosten

Hier gebe ich euch einmal eine kleine Übersicht, was ich grob an Teilen benötigt habe und was ich ungefähr dafür ausgegeben habe. Bei Materialien wie zum Beispiel dem Holz und dem Montagematerial, sind die Preise nur geschätzt, da ich noch einige Dinge zu Hause hatte.

  • Raspberry Pi: LABISTS Raspberry Pi 4 Model B 2GB kit mit 32GB => ca.80€
  • Joystick & Buttons: EG STARTS 2 Spieler klassische Arcade DIY Kit USB-Encoder zu PC Joystick Spiele => ca. 50€
  • Monitor: Samsung S22F350FHU 54,6 cm (22 Zoll) Monitor => ca. 80€
  • Minilautsprecher: Hama PC Lautsprecher Sonic Mobil 181 => ca.10€
  • LED-Leiste: Standard LED Lichtleiste => ca. 15€
  • RetroPie Software: Auf https://retropie.org.uk/ erhältlich. Installation wird auf der Seite beschrieben => kostenlos
  • Holzplatten plus Montagematerial (Schrauben, Winkel, Leim, Farbe, etc.) => ca. 50€
  • Kleinkram für Elektroanschluss und Belüftung => ca. 30€
  • Plexiglas für Monitorscheibe und Banner: Ausschnitte vom Fachbetrieb anfertigen lassen => ca. 40€
  • Selbst gedruckte Gehäuse und Abdeckungen => Preis nicht schätzbar

Ein Kommentar

  1. Ein richtig cooles Projekt, Christian! Respekt, dass du so viel Zeit und Arbeit da rein gesteckt hast. Dafür sieht dein Arcade Automat auch richtig gut aus! Der Vorteil ist hier eindeutig, dass deine Version gegenüber einem Original viel besser verstaubar ist und z.B. keine 1,80m hoch ist und dass du mehrere Spiele zur Auswahl hast.

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